FEARCON 2017 | Vortragender | Dr Kai Naumann
Dr. Kai Naumann
14. Juli 2017
FEARCON 2017 | Vortragender | Jörg Michael Schneider
Jörg-Michael Schneider
16. Juli 2017
FEARCON 2017 | Vortragender | Prof. Dr. Marcus Stiglegger

FEARCON 2017 | Vortragender | Prof. Dr. Marcus Stiglegger

Prof. Dr. Marcus Stiglegger präsentiert euch den italienischen Thriller und seine Nachwirkung im Weltkino auf der FearCon am 22. Oktober 2017 in Bonn.

Global Giallo – Der italienische Thriller und seine Nachwirkung im Weltkino
Inspiriert von Alfred Hitchcocks Thrillern der 1950er Jahre und dem Erfolg der deutschen Edgar-Wallace-Krimis drehte Mario Bava in Italien mit BLUTIGE SEIDE (1964) einen ersten stilprägenden Giallothriller – benannt nach den gelben Umschlägen der Mondadori-Romane. Namhafte Filmemacher wie Lucio Fulci, Umberto Lenzi, Sergio Martin und Dario Argento setzten diese Tradition in vielschichtigen Spielarten fort, mal erotisch, mal mystisch, stets aber stilisiert und von erotisierter Grausamkeit. Diese Strömung des italienischen Kinos blieb international nicht folgenlos: Hitchcock selbst dreht mit FRENZY (1970) eine britische Variante, Brian de Palma folgte mit OBSESSION (1975) und vor allem DRESSED TO KILL (1979). Auch Slasher-Filme wie HALLOWEEN (1978) weisen Musikzitate oder gar ganze Bildzitatfolgen (FREITAG DER 13., 2. TEIL, 1981) auf. Diese internationale Resonanz veränderte wiederum den italienischen Thriller, der mit DER NEW YORK RIPPER (1982) und TENEBRAE (1982) die internationalen Varianten reflektierte. Auch wenn der italiensche Giallothriller seine Hochphase zwischen 1964 und 1972 hatte, sind seine Spuren im Global Giallo bis heute weltweit nachzuweisen – so die These des Filmwissenschaftler prof. Dr. Marcus Stiglegger.

Prof. Dr. Marcus Stiglegger
(* 1971) Filmwissenschaftler in Berlin, Kolumnist der Zeitschrift Deadline und Autor zahlreicher Bücher zum ungewöhnlichen Film (Argento, Cronenberg, Kurosawa, Kriegsfilm, usw.). Er gehört zweifellos zu den umtriebigsten und bekanntesten Filmwissenschaftlern im deutschsprachigen Raum: „Eine Ikone der deutschen Filmwissenschaft.“ (asmanifest.com) – „Der Rockstar der Filmwissenschaft.“ (wirsindmovies.com)

Aktuell ist er Vizepräsident und Professor für Fernsehen und Film an der DEKRA Hochschule für Medien (Berlin). Er hatte Lehrtätigkeiten an Universitäten und Filmhochschulen in Berlin, Siegen, Mannheim, Klagenfurt, Regensburg, Mainz, Ludwigsburg, Köln, Wroclaw und Clemson/SC, verantwortet zahlreiche Veröffentlichungen zu Filmästhetik, Filmgeschichte und Filmtheorie, darunter 7 Monographien. Er promovierte über Geschichte, Film und Mythos (SadicoNazista,1999, 4. Auflage 2016) und habilitierte zur Seduktionstheorie des Films (Ritual & Verführung. Schaulust, Spektakel & Sinnlichkeit im Film, Berlin 2006). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Körpertheorie und Seduktionstheorie der Medien, die Dialektik von Mythos und Moderne in der populären Kultur, Medienkulturanthropologie und Genretheorie.

Stiglegger ist Mitglied der GfM sowie der Fipresci. Aktuelle Veröffentlichungen: Kurosawa. Die Ästhetik des langen Abschieds, München 2014, Verdichtungen. Zu Ikonologie und Mythologie der populären Kultur, Hagen 2014, und Grenzkontakte. Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte, Berlin 2016. Zudem ist er Herausgeber des Kulturmagazins :Ikonen: und der Buchreihen „Medien/Kultur“, „Kultur + Kritik“ (Bertz + Fischer) „Genrediskurs“ (Spring VS), und Drehbuchautor (Der Fahnder), Filmemacher, Autor von Bonusmaterial für über 100 DVDs und Blurays sowie Musiker.

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